Der Winter will und will uns einfach noch nicht so ganz verlassen. Also verlassen uns auch die deftigen Sonntagsbraten noch nicht. Naja, also einen richtigen Bratenbraten gibt es diesmal nicht… Aber im weitesten Sinne fallen Rouladen sicher auch unter die Definition “Sonntagsbraten”. Immer sind sind sie auch ganz schön deftig, fleischlastig und müssen ne ganze Weile schmoren, bevor sie auf den Tisch kommen.
Also auf ans Rouladenrollen! Dazu erstmal Samstag Mittag wieder beim Metzger anrufen. Rouladen und Speck zurücklegen lassen. Die 1,3 Kilo in Empfang nehmen und auf dem Rückweg noch mit massig Suppengrün und Essiggürkchen eindecken. Und Sonntag dann ab in die Küche. Bei der Zubereitung grob am Schulkochbuch von Dr. Oetker orientieren – sowie ein paar Erfahrungen vom kindlichen Über-die-Schulter-Gucken bei Oma (ich) oder Papa (er) mit einfließen lassen.
Und tadadada: Zwei Stunden später lagen Rouladen auf unseren Tellern, die für den ersten Versuch tadellos aussahen – und an denen geschmacklich eigentlich nur noch eins zu verbessern wäre: Ein kleines bisschen mehr Salz am Fleisch. Aber nachdem das das einzige kleine Manko war, wandert das Rezept jetzt sofort in die öffentliche Sammlung:

Zutaten (für 4 Portionen)

  • Rindfleisch (4 Scheiben aus der Keule, jeweils etwa 160-200 g)
  • durchwachsener Speck (3 etwas dickere Scheiben (2-3 mm), etwa 60 g)
  • mittelscharfer Senf (etwa 10 TL)
  • Zwiebeln (3 Stück)
  • Essiggurken (etwa 3 mittelgroße)
  • Suppengrün (500 g)
  • Gemüsebrühe / Wasser (300 ml)
  • Speisestärke (etwa 1 TL)
  • IBratensoße-Granulat (evtl. 1 TL)
  • Butterschmalz / Öl (zum anbraten)
  • Pfeffer / Salz
  • Zahnstocher / Rouladennadeln / Küchengarn
  • dazu: Kartoffelpüree, Salz- oder Pellkartoffeln und anscheinend gehen auch Nudeln oder Reis

Zubereitung (20-30 Minuten Zubereitung, 1,5 Stunden Schmorzeit, nochmal 10 Minuten “Arbeit”)

Suppengemüse (bis auf eine Möhre) und 1,5 Zwiebeln putzen und in Würfel / Scheibchen schneiden.

Restliche Zwiebeln, die übrige Möhre vom Suppengemüse, die Essiggürkchen und den Speck in Streifen schneiden.

Das Fleisch mit Küchenkrepp trocken tupfen.
Pfeffern und (ruhig ein bisschen kräftiger 😉 salzen.
Jede Fleischscheibe mit etwa 2-3 TL Senf bestreichen.

Das Gemüse und den Speck nun auf den Rouladen verteilen.
Dazu auf der schmäleren Seite etwa 1/4 der Rouladenlänge Platz lassen – auf der breiteren etwa ein gutes Drittel.
Dazwischen wirklich die gesamte Rouladenbreite nutzen und das Gemüse gleichmäßig gemischt verteilen.

Die Rouladen anschließend eng zusammenrollen.
Mit Rouladennadeln, Zahnstochern (diese am besten vorher kurz in Wasser einweichen) oder Küchengarn fixieren.

Butterschmalz oder Öl in einer heißen Pfanne zerlassen.
Die Rouladen ringsum scharf anbraten.

Anschließend das Suppengemüse zugeben und kurz mit braten.

Mit 300 ml heißer Gemüsebrühe / Wasser aufgießen.

Aufkochen lassen – Deckel drauf, etwas runterschalten.

Bei mittlerer Hitze zugedeckt etwa 1,5 Stunden schmoren lassen.
Währenddessen immer wieder etwas Wasser nachgießen und gelegentlich umrühren.

Gegen Ende der Schmorzeit mit der Zubereitung der Beilage beginnen.

Anschließend die Rouladen aus der Pfanne nehmen und in Alufolie eingewickelt oder im Backofen bei 50° warmhalten.

Das Suppengemüse durch ein Sieb ausdrücken und mit der restlichen Flüssigkeit (falls das zu wenig ist, noch etwas zugeben) nochmals aufkochen.
Eventuell mit Pfeffer, Salz oder etwas Instant-Bratensoße abschmecken.
Speisestärke in etwas kaltem Wasser unter Rühren auflösen und unter die kochende Soße rühren.
Noch kurz köcheln lassen.

Anschließend die Rouladen mit Beilage nach Wahl und der Soße servieren.
Eventuell noch in der Küche Rouladennadeln / Zahnstocher / Küchengarn entfernen.

Und jetzt lasst es euch schmecken!