Tag 2. Und alles ist anders! Nachdem der gestrige Tag geschmacklich eher ein Reinfall war, haben wir uns heute bei allen Rezepten etwas aus dem Fenster gelehnt. Natürlich nur basische Zutaten, keine zu wilden Mischungen und mild gewürzt. Aber etwas abwechslunsgreicher, pfiffiger und mit Biss. Da hatte ich dann geschmacklich echt nichts mehr auszusetzen – auch wenn mir auf Dauer ein paar Zutaten dennoch fehlen würden… 😉

Was hingegen durchaus noch etwas Übung bedarf: Den Tag stressfrei um zwei heimische und einen externen Essenstermin, einen Großeinkauf auf dem Markt, ein paar Leseeinheiten zuhause, einen Bibliotheksbesuch, ein basisches Fußbad, undundund herumzuplanen. Etwas weniger zu arbeiten funktioniert ganz gut, aber der Freizeitstress lässt definitiv grüßen. Ich sehe es ja kommen, dass ich die perfekte Planung erst am siebten Tag herausfinde. Dann halt, wenn die alte Ordnung wieder praktikabel wird.

Aber kommen wir zum Essen! Das Frühstück sollte ein Bananen-Orangen-Shake werden. Der lachte mich ja nicht so an: Pürierte Banane mit gemahlenen Mandeln und Orangensaft, naja. Aber: Das ist erstaunlich gut. In der Kombination zwar noch etwas fad und fast leicht bitter, aber mit zusätzlich ein, zwei Mandarinen und einer Prise Zimt wirklich lecker. So lecker, dass es ihn wieder geben wird:


Orangen-Bananen-Mandel-Shake

Zutaten (pro Portion)

  • Orangen (2 Stück)
  • Mandarine (eine große oder 2 kleinere)
  • Banane (eine reife)
  • gemahlene Mandeln (1 EL)
  • Zimt (eine kleine Prise)

Zubereitung (keine 10 Minuten)

Zitrusfrüchte auspressen, Banane grob zerkleinern und alles zusammen kurz pürieren.

Preis (pro Portion) 1,40 Euro


Mittags gab es wieder Salat. Wobei: Mittags? Beim Durschnittsstudenten gegen zwei oder drei, also doch eher nachmittags. Aber wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass unser jahrelang falsch antrainierter Tagesrhythmus auch irgendwie richtig ist und wir deswegen nicht nur bis 18, sondern eher bis 21 Uhr was essen dürfen. Wir fangen ja auch später an… 😉

Jedenfalls: Salat. Feldsalat mit Champignons um genau zu sein. Der Herr von der Gastgrillwohnung hatte den gestern schon, war aber nicht wirklich begeistert. Also hab ich den zu einem “gemischten Blattsalat mit Egerlingen, Orangenfilets und gerösteten Walnüssen” aufgemotzt. Sehr lecker, trotz Zitronendressing.
Basentechnisch fraglich ist jedoch, ob man Obst und Gemüse mittags überhaupt kombinieren darf. Und ganz allgemein frage ich mich, ob ich Entzugserscheinungen habe, mein plötzlich basisches Hirn komisch tickt, oder ob der Blauschimmelkäse, den ich mir dazu so gut vorstellen könnte, auch wirklich gut rein passt. Naja, ich werd es wohl nächste Woche ausprobieren müssen. Mit 18% Käse im Salat und 2 % Essig. 20% Säure sollten es im Alltag ja sein… 😉


Gemischte Blattsalate mit Egerlingen, Orangenfilets und Walnüssen

Zutaten (pro Portion)

  • grüne Blattsalate (etwa ein knapper halber Kopf Lollo Bianco, Kopfsalat, Endivien, …)
  • rote Zwiebel (eine halbe kleine)
  • Zitronensaft (etwa 1 guter EL)
  • Orangensaft (etwa 2 EL)
  • kaltgepresstes Olivenöl (etwa 2 EL)
  • Pfeffer, Meersalz
  • Thymian (etwa 1/2 TL bis TL)
  • Egerlinge (3-4 mittelgroße)
  • Orange (eine kleine)
  • Walnüsse (2 Stück, also 4 Hälften)

Zubereitung (10-15 Minuten)

Salate waschen, putzen, grob trocken schleudern und in Stücke zupfen.

Die Orangenschale abschneiden und die Filets heraustrennen. Saft dabei auffangen.

Die Egerlinge putzen, Böden der Stiele abschneiden und in möglichst dünne Scheiben schneiden.

Die Walnüsse knacken, grob hacken und in einer Pfanne kurz anrösten.

Ein Dressing aus Zitronensaft, Orangensaft, kaltgepresstem Öl und etwas Wasser anrühren. Mit Pfeffer, unraffiniertem Salz und Thymian abschmecken (die Mengenangaben sind übrigens sehr variabel, ich hab das nicht genau abgemessen oder so…:)

Preis (pro Portion) 1,80 Euro


Am Nachmittag gabs Bananenchips, Mandeln und Trockenobst. Dass man sowas wirklich immer bei sich tragen sollte während einer Basenwoche hat der Herr von der Gastgrillwohnung auf die harte Tour am eigenen Leib erfahren, als er in einem Vortrag saß, das Buffet schon riechen konnte, und weder Häppchen noch Gratis-Alkohol anrühren durfte. Nicht lustig war das!

Zum Ausgleich gab es dann ganz viel basische Suppe. Vielleicht sogar Basensuppe, nur unpüriert. Jeder scheint da so sein eigenes Rezept für Basensuppe zu haben. Und immer ist es eigentlich nur Gemüsesuppe mit Kartoffeln. Meist püriert. Darauf zumindest haben wir allerdings verzichtet – und stattdessen gut gekaut. Nur mindestens 30 Mal kauen pro Bissen war echt nicht drin. Ich weiß ja nicht, ob ich nur zu wenig auf einmal in den Mund nehme oder die ersten 15 Mal schon ordentlich genug kaue. Aber bei 30 Mal kauen würd ich eher knirschen. Und das würde wohl maximal den Geldbeutel meines Zahnarztes freuen. Fragen über Fragen kommen da auf, ich sag es euch!

Aber kommen wir mal lieber zurück zum Abendessen: Einmal bunte Gemüsesuppe also. Hat was von Pichelsteiner oder Kartoffelsuppe. Nur eben ohne Fleisch, Speck, Würstchen oder Brot dazu:


Bunte Kartoffel-Gemüse-Suppe

Zutaten (für 3 Portionen)

  • Knollensellerie (eine halbe größere Knolle)
  • Möhren (etwa 2-3 dickere bis dicke)
  • Lauch (eine halbe größere Stange)
  • Kartoffeln (etwa 6-8 große)
  • Zwiebel (eine große)
  • kaltgepresstes Öl (2-3 EL)
  • Wasser (2,5-3 Liter)
  • Lorbeer (wahlweise 1-2 Blätter)
  • Petersilie (frisch gehackt, krause oder glatte, etwa 3-4 EL)
  • Pfeffer, Meersalz

Zubereitung (50 Minuten)

Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Zwiebel schälen und in Würfel oder Ringe schneiden. Bei uns wurde das Gemüse relativ klein gewürfeln, die Kartoffeln in dickere halbierte Scheiben geschnitten. So als Hauptaugenmerk quasi… 😉

Lauch gut waschen und quer in Streifen schneiden.

Die Zwiebel in heißem Öl glasig schwitzen, wahlweise das restliche Gemüse ebenfalls kurz zugeben.

Oder erst das Wasser zugeben, aufkochen lassen, und dann das Gemüse und Lorbeer zufügen.

Zugedeckt etwa eine gute halbe Stunde köcheln lassen, bis das Gemüse nur noch leicht bissfest ist.

Mit Pfeffer, Salz und frischer Petersilie abschmecken.

Preis (pro Portion) 1,60 Euro


Fazit Tag 2

So eine Basenwoche geht also wohl doch auch in leckerer Ausführung, sehr schön! Meine Hoffnung steigt, dass wir das auch relativ abwechslungsreich über die Bühne bringen können.
Eher problematisch scheint die Salatportion am Mittag zu werden. Mit diesem Zitronendressing bin ich noch nicht so glücklich, und ohne etwas Brot dazu macht das nur bedingt satt. Insbesondere keine großen starken Männer im Winter. Und nachmittags soll man ja eigentlich nur sehr kleine Portionen snacken und nicht etwa tütenweise Mandeln, Bananenchips, Trockenobst oder Oliven in sich reinschaufeln. Vielleicht also doch lieber mal was warmes mittags? Abends immer noch mehr Suppe kochen, auf dass am nächsten Tag noch Reste da sind? Mal sehen…